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20. März 2018

Mein Kind wählt sein Outfit selbst. Ein Blick hinter die Kulissen.

Seit Ellinor laufen kann, also seit sie 11 Monate alt ist, hat sie auch einen eigenen Kleiderschrank. Damit meine ich nicht einen Schrank, wo ihre Kleidung drin ist. Den hat wohl jedes Kind. Ich meine einen Kleiderschrank für sie (statt für die Eltern), der vollständig für sie zugänglich ist, in dem sie selbstständig Ordnung halten kann, und wo sie sich jeden Morgen ihr Outfit selbst aussuchen kann.

Denn mein Kind wählt sein Outfit selbst.

Und ja, das funktioniert! Und es lohnt sich! Deshalb möchte ich euch heute ein wenig darüber erzählen, wie der Kleiderschrank aufgebaut ist, wie unser Morgen inklusive dem Anziehen aussieht, und welche Vorbereitungen notwendig sind. Denn Vorbereitung ist alles.


Ein kleinkindfreundlicher Kleiderschrank

Ich wurde ja immer belächelt, wenn ich erzählte, dass mein Kind sich morgens beim Anziehen einen Body aussuchen durfte, und abends einen Strampler. Damals war das Kind vielleicht 5-6 Monate alt. Und ja, vielleicht kann ein Baby mit 5 Monaten noch keine "echte" Entscheidung treffen. Vielleicht kann es noch gar nicht entscheiden, welcher Body schöner aussieht oder auf welchen Body es gerade mehr Lust hat. Vielleicht ist die Wahl vollkommen willkürlich. Aber es ist eine Wahl! Es ist Kommunikation und Miteinbeziehung und das Recht mitzuentscheiden über Angelegenheiten, die den eigenen Körper betreffen. Auf welcher Ebene auch immer. Und ich finde das so so wichtig! Babys wie Menschen zu behandeln, meine ich. Nicht wie Puppen. Oder dressierte Äffchen. Und entschuldigt, wenn das jetzt zu dramatisch klingt, aber ich habe das an meinem eigenen Kind erlebt, und ich finde es einfach respektlos. Und ich bin mir absolut sicher, dass schon kleine Babys merken, ob man sie mit Respekt behandelt, oder wie ein kleines unfähiges Dummerchen, das doch noch gar nichts versteht und nichts kann, außer auf Kommando lächeln bitteschön.
Aber zurück zum Thema.
Als Ellinor 11 Monate alt war, zogen wir aus unserem Schlafzimmer aus und verwandelten es in ein Kinderzimmer. Dass das Kind einen eigenen Kleiderschrank bekommen sollte, war von Anfang an klar, und ich finde, dass etwas ganz Tolles aus unseren Überlegungen entstanden ist. Wir kauften ein Eket-Regal vom Möbelschweden und hängten es so an die Wand, dass das Kind alle vier Fächer gut erreichen kann. Zwischen der Wand und dem Regal montierten wir eine Kleiderstange, ebenfalls gut erreichbar.
In die Fächer legten wir Skubb-Boxen (ebenfalls vom Möbelschweden) und ich bastelte ein paar kleine Bildchen, die dem Kind zeigen, wo die Pullover hineinkommen, wo die Socken, usw. (Die Boxen unten rechts sind ganz neu und haben deshalb noch keine Beschriftung. Dort sind Schlafanzugoberteile und -hosen in separaten Boxen, wo vorher Strampler in einer waren).

Vorbereitung ist alles

Wie oft ich diesen Satz schon zum Liebsten gesagt habe! Es ist quasi mein Lebensmotto für mein Leben mit Kleinkind. Vorbereitung ist alles. Auch für mehr Selbstbestimmung und Selbstständigkeit beim Anziehen.
Vorbereitung ist alles.

Okay. Das Ziel ist jetzt also, das Kind sich selbst ein Outfit aussuchen zu lassen, ohne sich einzumischen, die Hälfte wieder umzutauschen und am Ende doch das ganze Outfit selbst ausgesucht zu haben. Nur wie?
Natürlich kann man von einem Kleinkind nicht erwarten, vor dem Anziehen aus dem Fenster zu schauen, das Wetter korrekt einzuschätzen, und sich dementsprechend ein Outfit zusammenzustellen. Man kann auch nicht erwarten, dass das Kind zwischen unzähligen Röcken, Kleidern, Boleros, Hüten, Capes, Stulpen und Westen weiß, was man zusammen anziehen kann und was nicht, und sich am besten noch farblich abgestimmte Kleidung aussucht. Damit so ein Kleiderschrank für ein Kleinkind funktioniert, muss er so einfach, übersichtlich, ordentlich und an das aktuelle Wetter angepasst sein wie nur möglich. Hier sind ein paar praktische Tipps, wie wir Ellinors Kleiderschrank vorbereiten um ihr die größtmögliche Selbstständigkeit und Entscheidungsfreiheit zu geben.

1. Vereinfachen und Kategorisieren
In Ellinors Kleiderschrank gibt es jeweils eine Box für Socken, Strumpfhosen, Schlafanzughosen, Schlafanzugoberteile, Pullover/Strickjacken und kurze Hosen/lange Hosen/Romper, sowie die Kleiderstange für Bodys. Socken und Strumpfhosen sowie die Schlafanzüge befinden sich dabei in dem jeweils selben Regalfach. Jetzt im "Winter" (ähem) bestand ihr Tagesoutfit im Grunde aus einem Kleidungsstück pro Box/Stange:
1 langärmliger Body,
1 Pullover oder Strickjacke,
1 Strumpfhose,
1 Paar Socken,
1 Hose.
Und ja, das heißt auch, dass einige Optionen, wie jetzt im Winter zum Beispiel Kleider, gar nicht erst zur Auswahl stehen. Manchmal hole ich eins zu besonderen Anlässen heraus, oder sie verlangt selbst danach. Aber durch das Weglassen vermeiden wir eine komplizierte Extraoption, die auch noch an Bedingungen geknüpft ist ("Wenn Kleid, dann keine Hose." z.B.). Haltet es so einfach wie möglich!

2. Optionen begrenzen
Zur Zeit befinden sich in den Boxen jeweils nur 3-6 Kleidungsstücke. Das ist das, was bei uns im Moment gut funktioniert. Für andere Kinder oder ein anderes Alter funktioniert es vielleicht am Besten mit nur 2 Optionen, oder mit 10. Probiert das aus! Bei zu wenigen Optionen wird das Kind vermutlich andere Sachen verlangen, einfach alles ablehnen oder an den Kleiderschrank gehen, in dem ihr die Sachen aufbewahrt, die gerade nicht zur Auswahl stehen. Bei zu vielen Optionen entsteht vielleicht ein riesiges Chaos, weil alles ausgeräumt wird, oder das Kind kann sich nicht entscheiden und wählt in jeder Sekunde eine andere Option. Oder muss jedes einzelne Teil erst anprobieren und das Anziehen zieht sich mehr in die Länge, als euch lieb ist.

3. Vorsortieren
Wenn ihr Wert darauf legt, dass eurer Kind nicht aussieht, "als hätte es sich selbst angezogen" (Haha!), sortiert vor. Ich achte beim Auffüllen der Boxen immer darauf, dass möglichst alle Pullover mit allen Hosen zusammenpassen. Das ist nicht besonders kompliziert, weil fast alle ihrer Kleidungsstücke eher dezent und gehalten sind und auch ohne aktives Vorsortieren farblich ganz gut zusammenpassen.
Wir sortieren auch immer für das aktuelle Wetter vor. Also wärmere Hosen und Pullover, wenn es kälter ist, dünnere Pullover und Hosen und kurzärmlige Bodys, wenn es wärmer ist. Ich mache das übrigens auch mit ihren Jacken, Mützen, Schals und Schuhen im Flur. Man vermeidet so viel unnötigen Stress, wenn die geliebten Gummistiefel gar nicht erst herumstehen, wenn es draußen -10° C sind, und das Kind kann echte Entscheidungen treffen, nicht Entscheidungen, die dann für schlecht oder falsch erklärt und übergangen werden. Und das ist ja das Ziel, nicht wahr?
Wenn es dann doch passiert, dass die besagten Gummistiefel draußen stehen, obwohl es viel viel zu kalt ist, dann ist das in erster Linie mein Problem, nicht ihres. Ich habe sie draußen stehen lassen und sie hat sie gewählt. Wenn also kein wirklich guter Grund dagegen spricht und das Kind meinen Alternativvorschlag (warme Stiefel) ablehnt, dann lasse ich sie die Gummistiefel anziehen. Und weil ich immer noch die Verantwortung für das Wohlergehen meines Kindes habe, ziehen wir vielleicht 4 Paar Socken in den Gummistiefeln an. Oder ich stecke die Winterstiefel ein, wenn wir rausgehen. Aber nur weil ich es besser weiß, beraube ich sie nicht ihrer Entscheidungsfreiheit und einer wertvollen Erfahrung.

Freie Outfitwahl in der Praxis

Der Schrank ist vorbereitet -  Jetzt wird es spannend! Als allererstes haben wir dem Kind den Schrank gezeigt, erklärt, was die Schildchen bedeuten, was wo drin ist, wozu das ganze gut sein soll, und das Kind alles untersuchen, ausräumen und ausprobieren lassen. Offiziellen Zugang zu den Klamotten zu haben kam natürlich sofort gut an! Regelmäßiges Ein- und Ausräumen und Untersuchen gehört besonders am Anfang natürlich dazu, aber mir fiel auf, dass sie seitdem nicht mehr die Kommode oder ihren Kleiderschrank im großen Stil ausräumte und dabei so ein riesen Chaos hinterließ, das sie nicht in der Lage war, allein wieder zu beseitigen. Jetzt hat sie nicht nur einen guten Überblick über ihre Kleidung, sie kann auch alles ganz allein wieder ein- und wegräumen.

Zeit einplanen

Natürlich geht es so so viel schneller, wenn man einfach schnell etwas zum Anziehen auswählt, das Kind reinsteckt und in den Tag starten kann. Und sicherlich geht es manchmal auch gar nicht anders. Aber leider gehen dabei so viele Dinge verloren, die das Projekt "kleinkindfreundlicher Kleiderschrank" so wertvoll für mich/uns machen. Selbstständigkeit zum Beispiel, oder die Möglichkeit selbst zu Entscheiden, Konzentration, und zu üben, sich selbst anzuziehen. Und die vielen kleinen Gespräche am Morgen.

Wir haben das Glück, dass wir normalerweise nirgendwo zu eine bestimmten Uhrzeit sein müssen. Wenn das Kind also 10 Minuten lang jedes Paar Socken in ihrem Schrank anprobieren möchte - kein Problem! Und während sie ganz konzentriert übt, sich die verschiedenen Socken selbst anzuziehen, mache ich schon mal Kaffee oder andere Dinge auf meiner meilenlangen To-Do-Liste und komme zurück, wenn das Kind fertig ist, um mit ihr das restliche Outfit zu wählen. Ich genieße es sehr, dass wir nicht hetzen müssen. So wird das Anziehen nie zu einem lästigen Punkt auf der Tagesordnung, der eben erledigt werden muss.


Kommunikation ist alles

Was die Wahl des Outfits für uns beide eigentlich zu so einem schönen Teil des Morgens macht, ist die Kommunikation! Wir kommunizieren die ganze Zeit miteinander, anders funktioniert das auch gar nicht. Ich gebe meistens die Richtung vor ("Als erstes brauchst du einen Body. Willst du dir einen aussuchen gehen?" .... "Den gestreiften? Okay, dann häng die anderen mal wieder zurück." ... "Brauchst du Hilfe beim Anziehen?" ... "So. Jetzt hast du einen Body an! Was brauchen wir als nächstes? ...."), aber ich greife nicht aktiv ein, solange sie keine Hilfe einfordert (beim Anziehen zum Beispiel). Wir reden dabei auch über das Wetter. Wir reden darüber, dass wir im Winter unter einem Romper oder einer kurzen Hose immer eine Strumpfhose anziehen. Und Kniestrümpfe am besten. Wir reden darüber, dass eine gewählte Kombination eventuell zu warm oder zu kalt sein könnte und wie wir das verbessern könnten. Suchen Alternativen. Und Kompromisse. Aber bei allem bestimme ich nicht. Ich informiere nur. Ich mache Vorschläge. Ich navigiere. Ich wähle aus, wenn sie kein Interesse zeigt. Aber das letzte Wort hat immer sie.
Und wenn ihr gewähltes Outfit nur aus einem Body und Stulpen besteht, dann essen wir erst einmal Frühstück und reden vor dem Rausgehen noch mal darüber. Lautstarke Proteste oder totale Verweigerung gibt es nie. Warum auch? Sie weiß ja, dass das Anziehen bei uns kein Machtkampf ist.


Ellinors Woche in Outfits

Am Schluss noch die Frage, die bestimmt viele von euch interessiert: Was für Outfits wählt sich mein Kind denn nun, wenn es ganz alleine aussuchen kann?

Mir ist in den letzten Monaten aufgefallen, dass sie sehr wohl ihre Lieblingsteile hat, zu denen sie öfter greift, als zu anderen. Wie jeder Mensch, nehme ich an. Außerdem ist mir aufgefallen, dass sie ganz deutlich zu Kleidungsstücken aus Wolle - ob handgestrickt oder gekauft - tendiert. In den allermeisten Fällen wählt sie Wolle, wenn Wolle da ist. Ich habe ihr nie gesagt, welche ihrer Bodys aus Wolle und welche aus Baumwolle sind, zum Beispiel, also nehme ich an, dass es das angenehme Trageklima und/oder der Tragekomfort ist, der sie zu den Wollprodukten greifen lässt. Für mich ist es natürlich auch das schönste Kompliment, dass sie die Sachen, die ich ihr stricke, so liebt und so oft tagen will.

In der letzten Woche habe ich jeden Tag ein Foto vom Kind gemacht, um ihre gewählten Outfits festzuhalten.
Und los geht's! Ellinors Woche in Outfits:

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Samstag

Sonntag

19. Januar 2018

Ein Holzrahmen für's Kinderbett | DIY

Ich bekomme auf Instagram immer wieder Fragen über Ellinors Kinderbett gestellt. Vor allem, ob wir den Holzrahmen selbst gebaut haben (Ja!), und wie. Deshalb möchte ich euch heute erzählen, wie es dazu kam, dass das Kind auf dem Boden schläft seit sie 9 Monate alt ist, warum wir nie ein Gitterbett hatten, und wie wir diesen Bettrahmen denn nun gebaut haben!

Die ersten Monate ihres Lebens schlief das Kind in einem geräumigen Beistellbett (120x60cm) mit direktem Zugang zur Milchbar. Mit 9 Monaten dann, als sie anfing zu krabbeln, war diese Lösung einfach nicht mehr sicher genug, da sie auch allein im Beistellbett schlief, aber noch nicht raushatte, wie man sicher vom Elternbett herunterkam. 

Wir hätten das Beistellbett in ein Gitterbett umbauen können (es ist ein 3 in 1 Bett), aber es widerstrebte uns, unser Baby in irgendeiner Form einzusperren. Das wäre doch auch eine echt fiese Reaktion darauf gewesen, dass sie sich endlich vom Fleck bewegen konnte. Wo sie doch so lange daran gearbeitet hatte. Stattdessen wollten wir ihr gerne ermöglichen, ihre neuen Fähigkeiten einzusetzen und selbst in ihr Bett hinein und auch wieder hinaus zu krabbeln. Nur sicher, sollte es sein. Wir probierten also kurzerhand aus, die Matratze des Beistellbettes auf den Boden neben unser Bett zu legen - und es klappte wunderbar! Die Male, die sie im Schlaf von der Matratze gerollt ist, kann man von einer Hand abzählen. Es kam vor, aber dazu hatten wir immer einen Teppich und eine weiche Decke vor der Matratze zu liegen. An die Wandseite legten wir eine Bettrolle, um den Kopf zu schützen.

Unser Schwedenurlaub stand an, als sie 9 Monate alt war, mit verschiedenen Stationen unterwegs, um die Familie zu besuchen. Die Matratze einzupacken, auf der sie immer schlief, war die einfachste und idealste Lösung für den Urlaub, die wir uns hätten einfallen lassen können. Vor allem, da ich mich vorher schon immer gegen ein Reisebett gesträubt hatte (So viel Geld. So viel Plastik. So viel Zeug, das dann im Keller rumsteht.). Aber so war es perfekt.
Als wir wieder zuhause waren, waren wir uns einig, dass die Bodenmatratze bleiben musste. Wir tauschten sie allerdings aus gegen die dickere und größere Matratze (140x70cm), die vorher als Babyablageort im Wohnzimmer gedient hatte. Damit das Ganze weniger wie eine Matratze auf dem Boden und mehr wie ein Bett aussah, bekam die Matratze einen Rahmen aus Holz.

Bauanleitung


Der Bettrahmen ist aus 18mm dickem Fichtenleimholzplatten, die wir im Baumarkt zuschneiden lassen haben. Bodenplatte und Ränder. Die Bodenplatte misst 140x70cm, also genau so groß, wie die Matratze. Die Ränder sind so berechnet, dass sie ein ganz klein wenig höher sind als die  Matratzenhöhe plus die 18mm der Bodenplatte. Bei uns sind das 10cm.

Für den Ausstieg haben wir uns eine Schablone für die Rundung gebastelt, auf ein Seitenbrett übertragen und mit einer Stichsäge ausgesägt. Wir haben den Ausstieg an das Fußende gelegt, man kann ihn aber auch mittig machen. Der Ausstieg ist natürlich auch an beiden Seiten des Bettes möglich.

Danach haben wir das Bett zusammengeschraubt (mit goldfarbenen Schrauben!). Man sieht die Schrauben, aber sie fallen nicht negativ ins Auge. Wen die Schrauben stören, der kann diese natürlich auch versenken und die Löcher anschließend auffüllen. Eine gute Idee, wenn man vorhat, das Bett zu streichen!

Nach dem der Bettrahmen zusammengeschraubt ist: Gut schleifen. Und schleifen. Und schleifen. Bis alle Ecken und Kanten nicht mehr ganz so eckig und kantig sind. Jetzt kann man das Bett natürlich noch ölen oder lackieren. Wir haben unseres bisher unbehandelt gelassen, obwohl ich es vielleicht irgendwann noch mit Bienenwachsbalsam behandeln werde.

Wir lieben unser Bett auf dem Boden! Hier schläft sie, hier kuscheln wir, wickeln wir, schauen wir Bücher an. Hier sitzt sie, wenn sie sich anzieht oder es zumindest versucht. Ich finde es so schön, dass sie mich nicht rufen muss, wenn sie rein oder raus will. Sie kann es komplett selbständig und vielfältig nutzen. Es gehört ihr, nicht uns. Es ist für sie erdacht, nicht für uns. Und genau so ist es perfekt für sie, und für uns.



30. Juli 2017

Die Sache mit dem Regen.

Wir sind wieder da! Einen ganzen Monat waren wir unterwegs zwischen Familienfeiern, Heimatbesuchen, Freunden, Familie, Urlaub. Ach ja, und einer Woche spontanen Besichtigungen von potentiellen Hochzeitslocations.... Wir sind nämlich verlobt!!! Der Liebste hat in Schweden die Frage aller Fragen gestellt, und ich habe JA gesagt! Oder, um es mit seinen Worten zu formulieren: Er hat von dem Geld, dass er nicht hatte, einen überteuerten Ring gekauft, um mir eine Frage zu stellen, auf die er die Antwort schon wusste. Ja, wir sind echte Romantiker. Aber mehr dazu in einem anderen Post und zurück zum Urlaub.

Kennt ihr das auch? Da fahrt ihr in den Urlaub und statt Sommer, Sonne, Sonnenschein bekommt ihr Regen, Wolken, kalt, während Zuhause die nächste Hitzewelle ausgebrochen ist? Tja, mit dem Wetter war das ja echt so eine Sache auf unserer Reise. Wo wir auch hinfuhren - wir brachten Regen mit. Während in Schweden warme Pullover und Regenschirme zu unserer täglichen Ausrüstung gehörten, bekam der Liebste auf seinem Handy am laufenden Band Hitzewarnungen aus Deutschland.
Aber auch, wenn das jetzt nicht so klingt, fand ich das gar nicht schlimm. Ich bin nämlich gar kein Mensch für Hitze und pralle Sonne, und so hatten wir ganz nebenbei perfektes Wetter zum Babytragen. Dass Träger und Baby schmelzen war ja meine größte Sorge, als wir uns vor dem Urlaub dagegen entschieden den Buggy einzupacken. Mit Baby vor dem Bauch oder auf dem Rücken wurde durch die schönen schwedischen Wälder und Wiesen und Dörfer gewandert, und bei Regen wurden eben die Regenschirme aufgespannt oder der neue, gelbe Trage-Regenponcho aus dem Rucksack geholt.
Das Team von GoFuture with Love hat uns den Poncho gerade noch rechtzeitig vor unserer Abfahrt nach Schweden zugeschickt und ich bin froh, dass wir ihn hatten, weil es manchmal doch etwas umständlich ist, überallhin Regenschirme mitschleppen zu müssen. Beziehungsweise das zusätzliche Gewicht, denn Ellinor trägt gerne ihr eigenes Gepäck, vorzugsweise ihre Wasserflasche oder eben den Regenschirm (Den ließ sie mir letztens direkt auf den großen Zeh fallen. Aua.).
Ich bin ja ein großer Fan vom klassisch gelben Friesennerz. Logisch, dass es daher die gelbe Variante sein musste! Netter Nebeneffekt: Mit dem gelben Partyzelt wird man auch bei trübstem Regenwetter und Nebel nicht übersehen. Ha!
Letztens, als wir gerade in Plau am See bei meinen Eltern waren, und trotz Wetter-App und Regenradar von einem heftigen Platzregen überrascht wurden, da habe ich mir den Regenponcho sehnlichst herbeigewünscht. Der lag natürlich schön trocken zuhause, als wir frierend und klatschnass bis auf die Knochen, mit bitterlich weinendem Baby dort ankamen. Typisch. Aber wenn man ihn dann dabei hat, ist er ein echt praktisches Teil, der sich im Fall der Fälle ruck-zuck überwerfen lässt.

Der Poncho ist relativ kurz - er geht gerade so über den Po - deshalb wird man bei richtig heftigen Regengüssen wohl trotzdem ordentlich nasse Beine bekommen. Bei leichtem Regen und Nieselwetter reicht die Länge aber völlig aus, und so lässt er sich auch recht klein zusammenfalten und verstauen.
Apropos verstauen - ich hätte eine Tasche oder etwas Ähnliches dazu sehr praktisch gefunden um den Trageponcho so im Rucksack zu verstauen, dass er nicht ständig im Weg ist. Denn manchmal, wenn das Kind jetzt sofort einen Snack braucht oder du verzweifelt in den Untiefen deines Rucksacks nach einem Tuch suchst, weil das Kind sich schon wieder von oben bis unten mit Essen beschmiert hat, statt es zu essen... dann möchtest du dich nicht erst durch ein Meer von gelbem Stoff wühlen müssen. Aber man weiß sich ja zu helfen, und so wurde der Poncho kurzerhand mit einem Stoffband gebändigt.

Wenigstens einer.

Denn das Kind möchte seit einigen Wochen nur noch laufen. Und stehen. Das hat uns, als wir nach Wochenlanger Hitzewelle in Süddeutschland im nasskalten Schweden ankamen, erst einmal vor einige Herausforderungen gestellt. Barfuß laufen lassen ging da plötzlich nicht mehr. Und findet mal in den dünn besiedelten Wäldern von Smaland einen Laden für Babygummistiefel. Unsere Lösung: Vermeidung. Möglichst weit vom nassen Boden fernhalten. Ab in die Babytrage. Und wenn das Kind unununbedingt jetzt sofort die Katze streicheln belästigen musste, ließen wir es eben die Socken einsauen und wechselten diese anschließend. Das funktionierte ganz gut, ich bin jetzt aber trotzdem auf der Suche nach guten Gummistiefeln für Babys/Kleinkinder.
Vorzugsweise in friesennerzgelb, versteht sich.






12. Juni 2017

Mein Baby ist jetzt Schlüsselkind


Kennt ihr das auch? Seit E ganz klein ist, nur ein paar Monate alt, ist sie fasziniert von unseren Haustürschlüsseln. Ganz genau hat sie schon als kleines Baby vom Tragetuch aus beobachtet, wie wir die Türen zum Haus, Briefkasten und zur Wohnung auf- oder zuschlossen, und seit sie greifen kann, ist der Schlüsselbund das Objekt ihrer Begierde, sobald es in Sichtweite ist.

Und Babys stecken natürlich alles in den Mund. Das ist, was sie tun. Und der Schlüsselbund ist vermutlich nicht gerade der keimfreiste Gegenstand im Haus. Daher musste eine Alternative her. E bekam ihren eigenen Schlüssel.
Beim Baumarkt fand ich die zwei größeren silbernen Schlüssel (ähnlich hier), der kleine Schlüssel (ähnlich hier) lag aus irgendeinem Grund auf meinem Schreibtisch herum, ohne, dass jemand wusste, zu welchem Schloss er passte. Dazu ein paar Schlüsselringe, Holzkugeln, eine mintfarbenes Wildlederband (hier als Kunstleder-Variante), Acrylfarbe (zum Beispiel diese) und spielzeuggeeigneten Klarlack auf Wasserbasis.
Die Holzkugeln habe ich bemalt und anschließend mit Klarlack lackiert, auf das Lederband gezogen und mit Knoten voneinander getrennt. Danach habe ich den Schlüsselbund zusammengebastelt. Fertig!
Der Schlüsselbund ist hier der totale Hit beim Kind! Am ersten Tag hat sie das Teil kaum einmal aus der Hand gelegt. Die Holzkugeln lassen sich gut greifen (und in den Mund stecken!) und es klappert schön. An den "echten" Schlüsselbund kommt es aber doch nicht heran. Mag daran liegen, dass sie sehr wohl merkt, dass ihrer nie zum Türen öffnen genutzt wird. Mag aber auch an dem Einhorn-Anhänger liegen, der an meinem Schlüssel dran ist....



30. April 2017

6 Monate mit Ellinor!

Hallo! Ich melde mich wieder aus der Versenkung. Ich nenne es einfach mal "Baby-Pause". Wir haben die letzten 6 Monate (okay, fast 7), seit Ellinor auf der Welt ist, dafür genutzt, uns kennenzulernen, aufeinander einzugrooven, ins neue Leben einzufinden, und ganz ganz viel zu kuscheln. Museln, so nennen wir das hier.
Wenn ich jetzt anfange, ins Detail zu gehen, sitzen wir in 2 Wochen noch hier, deshalb fasse ich mich kurz: Das Leben mit einem Baby ist toll. Anstrengend, aber toll. Und vor allem lustig. Und eigentlich bisher genau so, wie schon die Schwangerschaft und die Geburt - Wunderschön und ganz entspannt. Ja, entspannt. Ehrlich!

Mit 6 (fast 7) Monaten liebt Ellinor Essen, Spaziergänge in der Babytrage, Sitzen, Sabberküsschen verteilen, Rasseln, wenn ihre Mama "Yesterday" von den Beatles singt und Erdbeeren. Ihre Lieblingsfarbe ist Blau. Auf dem Bauch liegen mag sie immer noch nicht, aber sie kann sich jetzt umdrehen und muss es so auch nicht mehr. Ihr Kichern ist das schönste Geräusch, dass es auf der Welt gibt...

Und, ja, die Leute haben Recht, wenn sie sagen, dass die Babys so schnell wachsen. Babys wachsen wahnsinnig schnell. Aber das ist ja nichts Schlechtes! (Die selben Leute fügen nämlich auch häufig gerne so etwas hinzu, wie: "Genießt die Zeit, in denen sie noch nicht mit euch diskutieren können." oder: "Bald fängt sie an zu krabbeln, dann ist es vorbei mit der Ruhe.") Ich habe die Zeit sehr genossen, in der Ellinor noch so klein und zart und so sehr von mir abhängig war, aber genauso genieße ich die Zeit jetzt, wo sie selbstständig sitzen kann, aus einem Trinkhalm trinkt und ihrem Spiegelbild Küsschen gibt. Und ich freue mich ebenso riesig auf das Krabbeln, Laufen und alles, was noch kommt. Denn dann geht der Spaß doch erst richtig los, oder?





23. Januar 2017

Making Memories | Erinnerungskärtchen DIY

Ich habe da mal was gebastelt. Mal ist gut, hat ewig gedauert.
Die Mamis unter euch wissen ja, wie das so ist mit einem Baby: Ständig lernt es etwas dazu und kann mehr und macht lauter lustige Sachen und ganz ganz viel zum allerersten Mal. Auf dem Bauch liegen, ohne sofort loszubrüllen, zum Beispiel. Auf dem Bauch liegen und lächeln. Sich in Bauchlage auf die Unterarme hochstützen. Das erste Mal in Bauchlage nach etwas greifen. Auf dem Bauch liegend mit etwas spielen... Es ist sozusagen eine ganze Flut an "Meilensteinen", jeden Tag. Weil für eine Mutter (besonders mit dem ersten Kind) lauten die Meilensteine nicht nur "Drehen, krabbeln, laufen, sprechen". Oooh nein. Nein nein nein. Letztens habe ich Ellinor in den Autositz (AKA Staatsfeind Nr. 1) gesetzt und sie hat ... gelächelt! Gelächelt statt geschrien als wäre der Leibhaftige hinter ihr her! Zum allerersten Mal! Und ja, während andere jetzt müde lächeln - für mich war das ein riesen Durchbruch im Leben meines Babys.

Der Liebste meinte letztes, man müsste sich diese Meilenstein-Momente, die großen und die etwas kleineren, doch eigentlich aufschreiben, damit man später in 10 Jahren noch weiß, was E wann gemacht, gesagt und gelernt hat.
Recht hatte er.
Also entwarfen wir ein paar hübsche Kärtchen, die nach Monaten, Kalenderwochen und Regenbogenfarben (letzteres war natürlich meine Idee!) geordnet sind, und auf denen man vorne und hinten auf 2 Zeilen kleine Notizen vermerken kann - und zwar von 2017 bis 2026! 10 Jahre lang! Irgendwann kann man dann nachsehen, was diese Woche besonderes passiert ist, was vor einem Jahr in dieser Woche und was vor 5 Jahren. So hat man nicht nur viele kleine Erinnerungen, sondern kann auch sehen, welche Entwicklung es im Laufe der Jahre gegeben hat. Natürlich geht das ganze auch mit anderen Dingen, als den Baby-Meilensteinen. Wir werden einfach immer eintragen, wenn etwas Schönes, Spannendes, Erinnerungswürdiges passiert ist. Babybezogen oder nicht. Ich freu mich drauf.

Und da ich gerne teile (und weil es so viel Arbeit gemacht hat), habe ich heute die Vorlage für alle, die auch gerne so ein schönes Erinnerungsprojekt starten wollen.


Eine kleine Anleitung:

Das PDF-Dokument besteht aus 53 Seiten: 52 Vorderseiten, mit den Kalenderwochen drauf, und eine Rückseite. Das Kartenformat, das ich verwendet habe, ist 13,75cm x 10,5cm. Das ist etwas ungewöhnlich, weil ich weiße Pappe wiederverwendet habe, die beim Basteln der Rahmen für meine Stickbilder übrig geblieben ist, und die hatte nun einmal diese Größe. Schneidet euch also, bevor ihr mit dem Drucken beginnt, 52 Karten aus dünner weißer Pappe oder stabilem Papier in der entsprechenden Größe zu und stellt vor dem Drucken diese Größe auch als Druckerpapierformat ein, sowie "Randloser Druck".
Testet am besten einmal, ob beim Drucken alles funktioniert. Dann druckt zuerst Seite 1 bis 52. Das sind alle Vorderseiten. Danach druckt ihr 52 Mal die Seite 53 auf die Rückseite aller Karten. Voilà! Fertig sind die Erinnerungskarten. Jetzt nur noch einen hübschen und leicht erreichbaren Ort zum Aufbewahren finden und fleißig Erinnerungen aufschreiben!

Viel Spaß dabei!

14. Oktober 2016

"Wie jetzt, ihr habt keinen Kinderwagen!?"

Wenn man das erste Mal schwanger ist, sieht man sich sehr schnell mit einer schier endlosen Liste an Dingen konfrontiert, die man sich für das Baby unbedingt anschaffen muss: Babybett, Wickeltisch, Windeln, Schnuller, Babykleidung, Wärmestrahler, Spielbogen, Nachtlicht, Autositz, Kinderwagen. Um hier nur ein paar zu nennen. So habe ich auch schnell herausgefunden, wie viel ein Baby eigentlich kostet, bevor es überhaupt da ist.

Ein großes Thema war da der Kinderwagen. Ein Kinderwagen gehört zur Grundausstattung, klar. Aber je länger ich darüber nachdachte, umso unpraktischer erschien mir die ganze Sache. Wo soll er stehen, wenn er nicht benutzt wird? Im Keller? In der Wohnung ist kein Platz, der Keller hat eine superschmale, steile Treppe. Da schleppe ich das Teil bestimmt nicht rauf und runter! - dachte ich mir. Preislich ist so ein Teil ja auch nicht gerade günstig. Besonders, wenn dem Liebsten, der eben beruflich mit solchen Sachen zu tun hat, wichtig ist, welche (Kunst-)Stoffe an die Haut und in die Atemwege des Babys kommen. Dann die Gehwege hier im Ort. An den meisten Stellen sind sie so schmal, dass zwei Personen gerade so nebeneinander laufen können, ohne auf die viel befahrene Hauptstraße zu kippen. An manchen Stellen geht es auch nur hintereinander. Gerne schräg und uneben und halb von Autos zugeparkt. Ich sah mich schon mit Kinderwagen einen dieser Gehwege entlang gehen, der Liebste aus Platzgründen hinter mir (Romantik pur). Vor mir ein parkendes Auto, neben mir der Feierabendverkehr, in dem ich jetzt eine Lücke abpassen muss, um mit dem Baby auf die Straße und um das parkende Auto herum zu manövrieren...

Auf meine Ankündigung hin, dass wir uns keinen Kinderwagen anschaffen werden, reagierte meine Mutter mit Unverständnis, um es mal nett auszudrücken. Stattdessen besorgten wir uns eine Babytrage und zwei Tragetücher und übten schon mal die eine oder andere Wickeltechnik mit einer Puppe.
Jetzt gab es nur noch ein klitzekleines Problem in meinem raffinierten Plan: Das Baby würde sein erstes halbes Lebensjahr im Herbst und Winter verbringen. Wie kann ich mein Kind bei Schnee und Eis tragen, dachte ich mir, ohne, dass einer von uns beiden friert? Das Internet sagte, das Baby würde von meiner Körperwärme ausreichend gewärmt und ich solle einfach die Jacke vorne auflassen. Ich. Die am liebsten im dicksten (Fake-!)Pelzmantel rausgehen würde, sobald das Thermometer unter 15°C sinkt. Ich lasse bestimmt nicht meine Jacke auf! Die Alternative, das Baby über der Jacke zu tragen und ihm einen warmen Anzug anzuziehen, schien mir wiederum reichlich umständlich. Ich stellte mir das vor, wie ein riesiges Michelin-Männchen, das mit einem kleineren Michelin-Männchen vor der Brust durch den Schnee stapft.
Ich war ehrlich gesagt ziemlich ratlos.

Dann, als hätten sie es gewusst, erreichte mich eine E-Mail von DaWanda, ob ich nicht eine Tragejacke von GoFuture with Love ausprobieren möchte. Auf jeden Fall wollte ich!
Ich suchte mir eine herrlich warm gefütterte Shell Concordia Kängurujacke in olivgrün aus, und schon kurze Zeit später brachte mir der Postbote meine eigene, wundervolle Tragejacke. Ich liebe alles an ihr! Und das sage ich nicht, weil ich es muss, sondern, weil es meine ganz ehrliche Meinung ist. Das fängt schon bei den kleinen Dingen an, wie den gefütterten Taschen. Gefütterte Taschen! Ich hatte mal in der 10. Klasse einen Wintermantel, der mit warmem Teddyfell gefütterte Taschen hatte. Ich hatte niemals kalte Hände. In den Pausen auf dem eisigen Schulhof durften sich meine Freundinnen eine Tasche "borgen", um ihre Hände zu wärmen. Es war eine tolle Zeit - bis mein Cousin an Silvester versehentlich einen Böller in eine der Taschen warf und das Teddyfell verschmorte...
Die Tragejacke funktioniert mit einem Trageeinsatz, der vorne in den Reißverschluss eingezippt wird. So hat das Kind, das unter der Jacke in der Babytrage oder einem Tuch getragen wird, genug Platz (und eine eigene Kapuze!). Man kann die Jacke von GoFuture, wenn man mal ohne Baby unterwegs ist, also auch ohne Einsatz tragen. Wie eine normale Jacke eben. Super Sache, so hat man länger was davon!
Der Knaller für mich Hochschwangere war ja auch der Schwangereneinsatz, der ebenfalls dazu gehört. Eine Baucherweiterung zum reinzippen quasi. Das Teil war meine Rettung, als aus dem Septemberbaby doch ein Oktoberbaby wurde, es plötzlich nicht mehr Sommer sondern kalt und regnerisch war, und schon längst keine meiner anderen Jacken mehr zuging. Großartig!

Die Fotos, die ihr hier seht (die mit Trageeinsatz), entstanden beim allerersten Spaziergang, den ich mit unserer kleinen Ellinor unternehmen durfte. Da war sie gerade eine Woche alt. Bis dahin hatte ich Bettruhe verordnet bekommen. Ihr erster Spaziergang war es allerdings nicht, der Papa war vorher schon einige Male mit der Babytrage unterwegs gewesen. Am Rhein und in den Weinbergen und im Ort.
Wir wählten für unseren Spaziergang das Naturschutzgebiet. Oder eher den Weg dorthin. Ich war leider noch nicht so gut zu Fuß, sodass wir auf halbem Weg wieder umgedreht sind. Schön war es trotzdem! Und als wir so (nebeneinander!) einen dieser superschmalen Gehwege entlang gingen, kam uns von vorne ein anderes Pärchen entgegen. Mit Babytrage. Wir grüßten uns nett und teilten ein wissendes Lächeln...
Tragejacke von GoFuture with love via DaWanda


12. Oktober 2016

Hallo, Kleine...

Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, der hat es sicher schon mitbekommen. Dass ich schwanger war, sowieso. Dass sich die junge Dame reichlich Zeit gelassen hat, vermutlich auch. Und vielleicht auch, dass sie sich dann, 10 Tage über dem Termin, den Geburtstag ihres Papas für ihren großen Auftritt ausgewählt hat.

Am 4.10. kam unsere kleine Ellinor Wilhelmine Hanna auf die Welt und hat diese gleich mal ordentlich umgekrempelt. Sie hält uns ordentlich auf Trapp, aber gleichzeitig ist es viel ruhiger geworden im Hause "Curious & Catcat". Dieses Babyding läuft unerwartet entspannt und wir genießen jede Sekunde. Okay, außer der einen bestimmten Sekunde, in der das Baby von zufrieden und entspannt auf Alarm und Krawall umschaltet. Das mit dem Überraschungseffekt, das hat sie drauf. Aber genauso plötzlich schaltet sie auch wieder zurück, wenn Milch in Reichweite ist. Hach, wir lieben sie einfach.

Das zuckersüße Foto oben ist übrigens nicht bei einem Neugeborenenshooting mit professionellem Fotografen entstanden, sondern bei uns im Wohnzimmer ohne großes Fotostudioequipment und sonstigem Schnickschnack. Nur das Baby, ich und meine uralte Canon. Ich hätte nicht gedacht, dass das so einfach ist - hätte ich vermutlich auch nie ausprobiert, wenn nicht die liebe Cousine des Liebsten uns einen riesigen Karton voll Decken, Körben, Haarbändern, Mützchen und allerlei anderen Accessoires aus ihrem Fotostudio mit der Post geschickt hätte. Danke nochmal, liebe Conny, ohne dich gäbe es diese Fotos nicht!

19. Juni 2016

Ein Heißluftballon-Mobile (inkl. Halterung) | DIY

Die letzten Wochenenden hat sich etwas Historisches in unserer Wohnung ereignet - Der Herr und ich haben das erste Mal zusammen gebastelt! Okay, wenn man Küchenschränke, Regale oder Hochbeete entwerfen und bauen als basteln ansieht, dann haben wir schon oft zusammen gebastelt, aber im Grunde bin ich hier die kreative Seele des Hauses, wenn ich das mal so unverschämt behaupten darf. Als ich jetzt aber mit dem Vorschlag kam, das Mobile für's Baby doch selbst zu gestalten, war der Liebste sofort mit von der Partie. Sogar nähen hat er sich dafür beibringen lassen! Was tut man nicht alles für das eigene Kind. Er meinte auch immer, wie schön das doch ist, wenn wir unserem Mädchen später sagen können, dass wir das Mobile über seinem Bett selbst (und gemeinsam) gebastelt haben - Der Romantiker.
Man muss aber auch wirklich sagen, dass es ja unglaublich schwer ist, ein schönes Mobile zu finden! Das ganze Internet und diverse Babyläden habe ich durchforstet auf der Suche nach einem Mobile, dass nicht zu bunt, nicht zu rosa, nicht zu Plastik, nicht zu kitschig, nicht zu überladen und dann am besten auch noch schön ist. Das Teil wird schließlich in unserem Schlafzimmer hängen und so ganz mochte ich meinen Einrichtungsstil dann doch noch nicht opfern, und ich bin mir sicher, dass das Baby keinen Schreikrampf kriegt, wenn wir es zum ersten Mal nach Hause bringen und es kein rosafarbenes, musikspielendes Schmetterlings-Herzchen-Teddybären-Monster über seinem Bett vorfindet. Die Babyindustrie scheint das aber anders zu sehen. Ihr hättet mal unsere Gesichter in der Mobile-Ecke von Babyshop XY sehen sollen! Das wäre ein tolles Foto für's Babyalbum gewesen. Aber was es nicht gibt, musst du eben selbst machen!

Nachdem so viele Leute Interesse an einer Anleitung/Schnittmuster zu unserem Mobile bekundigt haben, komme ich diesem Wunsch natürlich gerne nach. Wir haben uns das Mobile von Grund auf selbst ausgedacht und auch die Halterung selbst gestaltet (Gar nicht schwer und viel viel billiger als gekauft!). Dabei hatten wir auch gar keinen künftigen Blogpost im Hinterkopf. Ich hoffe trotzdem, dass die Handyfotos und die Vorlage ausreichen, um die einzelnen Schritte nachvollziehbar zu machen. Sollte etwas unklar sein, fragt aber sehr gerne nach! Los geht's!

Das brauchst du:


Für das Mobile:
*   Filzplatten (ca. A4) in 7 Farben: 1 Wolkenfarbe, 1 Ballonkorbfarbe, 5 Ballonfarben  // meine sind von hier und ich kann den Shop nur empfehlen - tolle Qualität und superschneller Versand!
*   Stickgarn in schwarz und braun
*   weißes Baumwollgarn zum Aufhängen
*   Füllwatte
*   Nadel
*   Schere
*   Stift, der auf Filz malt
*   Vorlage, ganzseitig auf A4 ausgedruckt

Für die Halterung:
*   8mm Rundstab aus Holz (gibt's im Baumarkt in 1 Meter-Stücken)
*   Holzleiste mit quadratischem Querschnitt, alternativ ein würfelförmiger Holzbauklotz // unseres war ein Reststück vom Regalbauen mit 33mm x 33mm
*   Bohrmaschine mit 8 mm und 3 mm Holzbohrer
*   feines Schleifpapier ( 280er Körnung oder feiner)
*   4 kleine Holzperlen
*   2 kleine Schrauben mit Öse (Bilderrahmenschrauben)

Und so geht's:


1. Zuerst legst du dir alle Materialien bereit und druckst das Schnittmuster aus. Je nachdem, wie groß du die Luftballons gerne hättest, kannst du die Vorlage natürlich etwas größer oder etwas kleiner ausdrucken.
 2. Aus dem Filz in den 5 'Ballonfarben' werden jetzt die Ballonteile ausgeschnitten. Insgesamt brauchst du dieses Teil 36 Mal. Anschließend legst du dir die Teile so zurecht, wie die Ballons später aussehen sollen, je 6 Stück pro Ballon, und stapelst sie zu 6 Stapeln (beim Stapeln die Reihenfolge beachten!).
3. Jetzt folgt das große Zusammennähen. Die Ballons werden auf links mit schwarzem Garn zusammengenäht (also legst du immer 2 Teile rechts auf rechts, und nähst sie an der langen Kante zusammen, dann legst du das nächste Teil rechts auf rechts an das letzte Teil und nähst entlang der langen Kante, usw.). Wenn alle 6 Teile aneinander genäht sind, wendest du den Ballon und nähst die letzte Kante von außen (rechts) zusammen. Du hast jetzt einen Ballon mit einer runden Öffnung an der Unterseite.
4. Jetzt füllst du die Ballons schön fest mit der Füllwatte aus. Danach schneidest du aus Filz in Ballonfarben deiner Wahl (wir haben nur apricot und grau gewählt) 6 kreisförmige Teile aus (siehe Vorlage) und nähst sie von außen an die Ballons, und schließt so die Öffnung.

5. Jetzt machen wir die Wölkchen und die Ballonkörbe. Für die Wolken schneidest du die Wolkenvorlage 10 Mal aus weißem Filz (oder deiner gewählten Wolkenfarbe) aus, legst je zwei Teile deckungsgleich übereinander und vernähst sie von "rechts" mit schwarzem Garn. Wenn nur noch wenige Zentimeter offen sind, stopfst du die Wolke mit etwas Watte aus und schließt die Öffnung anschließend.

6. Für die Ballonkörbe schneidest du die Kreisform, die du schon bei den Ballonöffnungen benutzt hast, 12 Mal aus deiner gewählten "Korbfarbe" aus, sowie einen langen Streifen mit ca. 1-1,5 cm Breite, je nachdem, wie hoch der Korb werden soll. Dann vernähst du mit schwarzem Garn je eine Kreisscheibe mit dem langen Streifen. Nähe einmal um den Kreis herum, bis du wieder am Anfang ankommst, schneide dann den Streifen ab und vernähe die offene Kante, sodass ein offenes Körbchen entsteht. Das füllst du mit Watte und nähst anschließend ein weiteres rundes Teil über die Öffnung.
7. Jetzt geht es ans Zusammenbauen! Zuerst baust du kleine Heißluftballons, indem du die Ballons mit den Körben verbindest. Wir haben hierfür das braune Stickgarn verwendet, um Seile zu simulieren. Eine genaue Technik kann ich hierfür leider nicht geben, aber am Ende sollten die Körbe ca. 1 cm unterhalb der Ballons hängen. Wir haben 3 "Verbindungsseile" gewählt, weil sich das mit den Nähten der Ballons schön ausrichten lässt.

8. Nun werden die einzelnen Mobile-Parts zusammengefügt. Dazu wählst du das weiße Baumwollgarn. Verbinde die Teile so, dass vier Mal eine Wolke über einem Ballon "hängt". Ein Mal verbindest du Ballon - Wolke - Ballon. Lass den Faden nach oben hin großzügig lang, so kannst du  später die Positionen besser verändern und anpassen.

Die Mobilehalterung

Die Mobilehalterung selbst zu bauen, ist natürlich absolut optional. Du kannst dir selbstverständlich auch eine kaufen. Achte nur darauf, das es eine vierarmige Halterung ist, oder bastel noch zwei Ballon-Wolken-Teile mehr für eine sechsarmige. Selber bauen ist aber erstaunlich einfach und supergünstig noch dazu. So geht's:

1. Säge die Holzleiste so zu, dass ein Würfel entsteht. Wenn du einen Holzwürfel verwendest, sparst du dir diesen Schritt natürlich. Danach bohrst du mit dem 8mm Bohrer zwei Löcher hinein. An einer Seitenfläche etwas oberhalb des Mittelpunktes. Dann drehst du den Würfel einmal nach rechts und bohrst dort ein Loch etwas unterhalb des Flächenmittelpunktes. So kommen sich die Stäbe nicht gegenseitig in die Quere, wenn du sie hindurchsteckst. Schleife den Würfel mit feinem Schleifpapier ab.

2. Säge den 8mm-Rundstab in zwei gleichlange Teile. Du kannst dafür die Mibileteile auf einem Tisch arrangieren und die perfekte Entfernung bestimmen. Wir haben zwei 34 cm lange Stäbe gesägt. Durch die Enden bohrst du jetzt je ein Loch mit dem 3mm-Bohrer. Daran werden die Mobile-Teile später befestigt. Achte darauf, dass die Löcher in die selbe Richtung "zeigen". Abschleifen!

3. Jetzt steckst du je einen Stab durch ein Loch im Würfel. Sollte das zu locker sein, musst du sie vielleicht mit Kleber fixieren, ansonsten Kann man die Halterung gut ausrichten, indem man die Stäbe etwas verschiebt. Jetzt schraubst du noch oberhalb und unterhalb des Mobilekreuzes, an den Würfelflächen, an denen noch keine Löcher sind, je eine Ösenschraube ein. Fertig ist die Mobilehalterung!

Das einzige, was jetzt noch zu tun ist, ist das Ganze zusammenzubauen! Hänge dazu das Mobilekreuz an die Decke (oder eine Gardinenstange z.B.), indem du eine Faden durch die obere Öse ziehst. dann befestigst du erst das Teilstück mit den zwei Ballons an der unteren Öse und anschließend die vier restlichen Teilstücke an den Stangen. Dazu ziehst du den Faden durch das Loch am Stangenende, dann durch eine kleine Holzperle und machst dann auf der gewünschten Höhe einen Knoten, der nicht mehr durch die Holzperle hindurchpasst. Fertig!




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